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PRESSEKONFERENZ Neonazis online: massiver Missbrauch des Web-2.0

Rechtsextreme haben ihre Präsenz im Internet verstärkt, ihre Hassinhalte erreichen dadurch ein immer größeres Publikum. Laut dem neusten Bericht zu Rechtsextremismus online hat jugendschutz.net 2010 etwa 6.000 rechtsextreme Beiträge im Web-2.0 dokumentiert und damit drei Mal so viele wie im Vorjahr. Neben aktuellen Trends und Zahlen stellt der Bericht dar, wie die rasante Entwicklung von Sozialen Netzwerken, Videoplattformen und Blogs auch die rechtsextreme Angebotsstruktur im Internet verändert hat. Vor allem Autonome Nationalisten ködern Jugendliche mit modernen und professionellen Angeboten, auf denen sie Action, Kommunikation und Multimedia bieten.

Bericht 2010: PDF Rechtsextremismus online - Pressemitteilung und Materialien: Pressekonferenz 21.7.2011

Hohe Zugriffszahlen durch emotionale Themen

Viele Kampagnen von Rechtsextremen erhalten großen Zuspruch. Ein aktueller Clip zeigt Fackelträger beim nächtlichen Marsch durch leere Straßen, die Gesichter mit weißen Masken verhüllt. Die Szenerie wird untermalt von dramatischer Musik. Dahinter stecken Neonazis, die vor dem "drohenden Volkstod" warnen und dabei rassistisches und antidemokratisches Gedankengut verbreiten. Das Video erzielte binnen weniger Wochen über 20.000 Zugriffe. Vor allem bei stark emotionalen Themen sind die Zugriffszahlen gigantisch: Ein rechtsextremes Musikvideo zum Thema Kindesmissbrauch brachte es bislang auf mehr als 880.000 Klicks.

Plattformbetreiber und User müssen Grundwerte verteidigen

Je stärker sich die Aktivitäten der Rechtsextremen ins Web-2.0 verlagern, desto wichtiger ist es, dass die großen Plattformen Regeln aufstellen und effektiv durchsetzen. jugendschutz.net erreicht zwar in vielen Fällen eine schnelle Entfernung von strafbaren Inhalten aus dem Netz, es gibt jedoch zu wenige Vorkehrungen, damit dieselben oder ähnliche Beiträge nicht erneut hochgeladen werden. Daher müssen Betreiber stärker gegensteuern – technisch und redaktionell. Mehr soziale Verantwortung ist auch seitens der Nutzergemeinde gefragt: User dürfen Hass in Communitys nicht dulden, sondern müssen grundlegende Werte der demokratischen Gesellschaft auch im Internet verteidigen.

Bericht 2010 über Recherchen und Maßnahmen: PDF Rechtsextremismus online (3,7 MB, 24 Seiten)

21.07.2011

hass-im-netz.info ist ein Informationsangebot zu Rechtsextremismus im Internet von jugendschutz.net

Videoclip: "Wir sind online.
Damit Neonazis offline gehen!"

 

Bericht 2010 über Recherchen und Maßnahmen: PDF Rechtsextremismus online